CHRONIK

Hier schreiben wir über die neuesten Aktivitäten des FrauenWeltenTeppichs - über Ausstellungen und Workshops.

 

Von Anfang Oktober bis Ende April laden wir alle interessierten Frauen und Mädchen ein, 

an jedem Mittwoch von 15 bis 18 Uhr

- nach vorheriger Anmeldung -

in Herbstein-Stockhausen

am FrauenWeltenTeppich mitzuwirken.

 

Die Teilnahme am Mittwochs-Workshop ist kostenlos und erfordert weder Vorkenntnisse noch regelmäßiges Erscheinen.

 

Auf Anfrage vereinbaren wir andere Termine und andere Orte - private Wohnzimmer, kleine Ladenlokale, Frauenzentren, etc. - eventuell entstehende Kosten bzw. Aufwands-entschädigungen werden individuell geregelt.

 

Die fertigen Teile und die Stickrahmenarbeit zeigen wir gerne auf Ausstellungen in Museen, Frauenzentren oder anderen öffentlichen Räumen und laden interessierte Besucherinnen zum Mitwirken ein.

Über Spenden in Form von Wollstickgarnen oder Bargeld freuen wir uns sehr, sie ermöglichen das Weiterführen des Projekts.

 

Für Eure Kommentare, Fragen und Anregungen nutzt bitte den Kontakt oder das Gästebuch.

 

Mittwoch, 13. Juli 2016

Sommerfest Stockhausen

 

Als Intermezzo der ausgedehnten Sommerpause war das diesjährige Sommerfest ganz optimistisch an der Weidenkuppel geplant, jedoch mußte die Veranstaltung wegen drohender Gewitter und vorangegangenen Regenschauern in den FreiRaum Stockhausen verlegt werden.

 

Eine weise Entscheidung, wie sich heraus stellte, denn so stand der Stickrahmen wohlbehalten im Trockenen und eine Gruppe von Frauen aus dem fernen Nidderau konnte in aller Ruhe sämtliche Meter des FrauenWeltenTeppichs aufrollen.

 

Einige Frauen steuerten Gebäck und Salate für das gemeinsame Buffet bei, eine Tanzlehrerin aus Fulda leitete einige folkloristische Tänze an und zum abendlichen Abschluß probten zwei Musikerinnen für ein bevorstehendes Harfenkonzert.

 

Sonntag, 17. April 2016

Frühlingsfest der Künstlerkolonie Willingshausen

 

Der Wachskünstler Hans Schrewe veranstaltete zum Saisonauftakt in der Künstlerkolonie Willingshausen ein Frühlingsfest mit eingeladenen Künstlern und Handwerkern aus der Region.

 

Wegen dem anhaltend regnerischen Wetter waren die meisten Stände und Aktivitäten auf die Innenräume der ausgebauten Scheune verlegt worden.

 

Neben handgemachten Kerzen, Schmuck, Genähtem und Gefilztem konnte eine komplette Scheunenwand für die Ausstellung der fertigen Teppichteile genutzt werden, während einige Besucherinnen am aufgestellten Rahmen unter Anleitung sticken durften.

 

Mittwoch, 13. April 2016

Workshop mit Flüchtlingsfrauen

 

Um den neu angekommenen Flüchtlingsfrauen einen Einblick in die kulturellen Aktivitäten von "Frauen in ländlicher Region" zu eröffnen, luden die Veranstalterinnen vier syrische Frauen zum Mittwochsworkshop in den FreiRaum Stockhausen ein.

 

Die syrischen Kinder konnten sich nebenbei - fachlich angeleitet - mit Schreibübungen spielerisch lernend beschäftigen.

 

Die syrischen Frauen waren von der Abwechslung ihres eintönigen Alltags in der Unterkunft dermaßen beeindruckt, daß sie gerne jeden Tag zum Sticken kommen wollten..... was natürlich undurchführbar war, weil deutsche Frauen ihren nicht geringen Anteil an Erwerbsarbeit zu leisten haben.

 

So konnten die Syrerinnen trotz schwieriger Kommunikation lernen, dass Frauen in Deutschland eine völlig andere Lebensweise führen.

 

Dienstag, 8. März 2016

Internationaler Frauentag

 

Über das Programm der Frauenwoche des Vogelsbergkreises und private Verteiler erging die Einladung an alle interessierten Mädchen und Frauen zur Ausstellung mit Workshop.

 

 

Zwischen 14.00 und 18.00 Uhr gaben die Veranstalterinnen mehrmals eine Einführung in die Entstehung der Motive und vermittelten die Sticktechniken direkt am Objekt.

 

Gastgeberin war die Schmuckschule von Victoria Wittek in Schwalmtal-Rainrod, deren Räumlichkeiten ideal für Ausstellugen geeignet sind.

 

Mittwoch, 09. September 2015

Herbstworkshops

 

Nach der Ferienpause im Sommer 2015 starteten wir Anfang September mit den regelmäßigen Mittwochs-Workshops des Wintersemesters, die bis zu den Osterferien des folgenden Jahres fest geplant sind.

 

Den lichtdurchfluteten FreiRaum Stockhausen nutzen wir im Herbst nur so lange, wie es ohne Beheizung möglich ist. In der kälteren Zeit rücken wir ins Christianes gemütlicher Küche zusammen.

Samstag, 22. August  2015
Workshop auf Burg Lißberg


Auf dem diesjährigen Mittelalterfest der Burg Lißberg bei Ortenberg zeigte das aufgespannte Werkstück den interessierten Besuchern, wie die Frauen vor 1000 Jahren aussagekräftige Bildteppiche schufen.

 

Das Material und das Format entspricht den Vorgaben der Frühgotik, die Sticktechniken sind zum großen Teil von den mittelalterlichen Vorbildern abgeschaut, doch auch freie Interpretationen sind zu bewundern. Detailverliebte Stickerinnen tragen mit ihren Entwürfen und Werken immer wieder überraschende Novitäten zu dem Projekt bei.

 

 

 

Mittwoch, 8. Juli  2015
Ausstellung und Workshop in der Weidenkuppel


Bei perfektem Sommerwetter fand der wöchentliche Mittwochs-Workshop in der stetig wachsenden und liebevoll gepflegten Weidenkuppel von Stockhausen statt.

 

 

Erstmalig gelang es dem Aufbauteam, ohne Stellwände, Hakenleisten und Nägel die fertigen Teile des Frauenweltenteppichs der Öffentlichkeit zu präsentieren:

 

Mit einem Knäuel dicker Wolle und einer ebenso dicken Häkelnadel befestigten sie das fast 10 Meter lange Stoffstück direkt an den wachsenden Trieben der Weidenkuppel.

Ein wundervoller Anblick!

 

Sonntag, 5. Juli 2015
Mühlenfest Stumpertenrod

Trotz brütender Hitze war unsere Ausstellung auf dem Mühlenfest in Stumpertenrod gern besucht.

 

Obwohl die Location, eine gut durchlüftete Fachwerkscheune, zum verweilen einlud, waren die Plätze am Stickrahmen wenig frequentiert, denn die Stickwolle blieb bei der herrschenden tropischen Hitze an den Fingern kleben.

 

Sonntag, 8. März 2015
Internationaler Frauentag

Im Rahmen des internationalen Frauentages fand die Ausstellung des FrauenWeltenTeppich im "FreiRaum Stockhausen" statt.

Durch die freundliche Ankündigung im Flyer des Vogelsbergkreises und der Online-Presse war die Ausstellung gut besucht.

 

Sonntag, 5. Oktober 2014
StattMuseum Herbstein

Öffentliche Ausstellung mit Workshop im StattMuseum von Herbstein.

Gastgeber: J. Michael Ruhl

Mittwoch, 12. März 2014
Internationaler Frauentag

Das Alsfelder Heimatmuseum bot an diesem Tag seine Räumlichkeiten zur Ausstellung mit Workshop an.

Dank der großzügigien Räumlichkeiten und geliehener Stellwände konnten die interessierten Besucher die fertig gestellten Teile in voller Länge bewundern.

Mittwoch, 02. Februar 2014

Neue Entwürfe

 

Kurz vor der Ausstellung zur Frauenwoche war der größte Teil des bisherigen Wandteppichs fertig gestickt.

Die neuen Stoffbahnen sollten nun vorgezeichnet werden.

Dazu durchforsteten wir das Archiv und sortierten Ideen, welche Motive zum Anschluß passen könnten.

 

Als Erstes kam - wegen dem mehrfach notierten Wunsch aktiver Reiterinnen - eine reitende Dame, inspiriert von den Zeichnungen aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry, als Hommage an die gallische Pferdegöttin Epona.

Kräuterfrauen, Apothekerinnen, Naturwissenschaftlerinnen und Chemikerinnen verschmolzen zum zweiten Motiv "die Alchemistin".

Mit tatkräftiger Beratung einer erfahrenen Alchemistin entwarfen wir einen entsprechenden Arbeitsplatz mit dazugehörigen Gerätschaften im mittelalterlichen Stil.

 

Aus unserem dörflichen Tanzkreis und der lebendigen Weidenkuppel als Treffpunkt kultureller Aktivitäten wuchs das Motiv der Weidenkuppel mit 13 tanzenden Frauen.

Den Schluß des Teilstücks bildete "die Schriftstellerin" nach einer Zeichnung aus dem 14. Jahrhundert.

 

Mittwoch, 30. November 2013
Regelmäßige Workshops

Ab Ende November finden die wöchentlichen Mittwochs-Workshops in den Räumen von Christiane Kranz statt, deren Lichtverhältnisse und Platzangebot sich besser dafür eignet.

 

Manche Frauen bringen ihre weiblichen Gäste und Verwandten mit, die nicht nur aus Hamburg oder Berlin angereist kommen, sondern auch aus Japan, USA und sogar Australien neuen Input mitbringen.

 

Mittwoch, 8. August 2013
Sommerprogramm an der Weidenkuppel

In den Sommermonaten organisiert das Weidenkuppelpflege-Team von Stockhausen ein multikulturelles Programm für alle Freunde der Weidenkuppel.

 

Neben Kreativ-Workshops umfasst das Angebot Ferienspiele, musikalische Darbietungen und Kreistänze.

Soweit das Wetter erlaubt, finden diese Veranstaltungen in und um die Weidenkuppel statt.

An diesem Tag mußte wegen drohendem Gewitter der Stickworkshop unter ein Scheunendach verlegt werden.

 

Sonntag, 9. Juni 2013
Mittelhessischer Kultursommer

Anläßlich der Eröffnung des Mittelhessischen Kultursommers fand eine Ausstellung mit Workshop im Campus von Stockhausen statt.

Freitag, 10. Mai 2013

Outdoor-Workshop auf dem Bauernhof

Anläßlich des Geburtstages einer fleißigen Stickerin kam der Stickrahmen nach der Kaffeetafel in das Zentrum der Aufmerksamkeit und beeindruckte nicht nur die weiblichen Geburtstagsgäste.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Weihnachtsmarkt auf Burg Lißberg

Eine Ausstellung mit Workshop in der Burghalle von Burg Lißberg koppelte sich an den stimmungsvollen Weihnachtsmarkt, den Corsmeyer Events am 3. Adventswochenende veranstaltete.

 

 

Mittwoch, 21. November 2012
Begegnung mit einem riesigen Potential

 

Seit eineinhalb Jahren wohnte ich nun in Stockhausen, die meisten Umbauarbeiten meines alten Fachwerkhauses waren überstanden und ich suchte Anschluss zu den Frauen in meinem Dorf.

 

Dazu hatte ich schon im vergangenen Winter einen „Strickkranz“ ins Leben gerufen, der sich nun im nahenden Winter wieder jeden Dienstag in meiner Küche treffen sollte und zu dem ich noch weitere Mitstrickerinnen per Aushang im Dorflädchen einlud.

Dass wir unser jeweiliges Strickzeug als Anlass nahmen, uns zu treffen, war das eine; dass wir durch die regelmäßigen Treffen zu einer wohlwollenden Gemeinschaft heranwuchsen, die sich gegenseitig in vielen weiteren Lebensthemen freundlich unterstützte, war der nicht zu unterschätzende zweite Aspekt.

So erzählte Jutta, die uns immer wieder durch ihr handwerkliches Geschick und ihre besondere Kreativität beeindruckte, von ihrem Teppichprojekt, das sie symbolisch am herannahenden Tag des „Weltuntergangs“ (21.12.2012) kurzerhand ins Feuer werfen werde, da es sowieso niemanden mehr interessieren würde.

Wie bitte? Was wollte sie da verbrennen?

Auf unser Bitten hin zeigte sie uns das wunderbare erste Teilstück des großartigen Projektes und begann uns die Details der Entstehung zu berichten. Wir waren fast sprachlos, ich hatte allerdings das dringende Bedürfnis, die Frauen aufzufordern, recht schnell den „Roten Stick-Faden“ wieder aufzunehmen, um der drohenden Brandkatastrophe etwas entgegen zu setzen. Ab der folgenden Woche trafen wir uns tatsächlich mit einigen Frauen immer mittwochs bei Jutta und identifizierten uns bald mit dem Projekt, das wir gerettet und vor allem wiederbelebt haben.

 

Die Begeisterung ist uns bis heute erhalten geblieben und wir gewinnen immer wieder neue Frauen und Mädchen hinzu, die ihre „persönlichen Fäden“ mit einbringen möchten.

(Christiane)

 

Mittwoch, 21. November 2012
Wiederbelebung des Projekts

Und so kam das Projekt nach langer Pause wieder in Gang:

 

Wegen privater Umräumarbeiten hatte ich mir zum Ziel gesetzt, bis zum legendären Datum der Wintersonnenwende 2012 (nach dem Zyklus des Maya-Kalenders) die Wiederbelebung der Stickerinnentreffen zu schaffen oder das begonnene Werk mit allem Drum und Dran als gescheitert zu betrachten und dem Julfeuer zu übergeben - um es nicht weiter von einer Ecke in die andere räumen zu müssen.

 

Nach mehreren vergeblichen Anläufen, Frauen dafür zu mobilisieren, hatte ich zufällig einen Aushang in unserem Dorflädchen gelesen, der die Frauen in der Nachbarschaft zu einem gemütlichen Strickabend einlud.

Als letzte überlebende Hüterin des Teppichprojekts sah ich darin eine weitere Chance, das Interesse handwerklich kundiger Frauen zu wecken, um das eingemottete Projekt wieder zum Laufen zu bringen.

Also packe ich das fertige erste Teilstück und ein angefangenes Ansatzstück in eine Tasche und marschierte zum Treffpunkt.

 

Wie erwartet, waren die meisten der anwesenden Frauen von dem Werk beeindruckt, trotzdem hatte ich meine Zweifel, hier Stickerinnen zu finden, denn es schien auf den ersten Blick, daß Strümpfe stricken als sinnvoller angesehen wurde.

Doch auf den zweiten Blick fanden sich mehrere Damen, die sogleich über einen möglichen Termin für einen Stickworkshop ins Gespräch kamen. So lösten sich meine Befürchtungen in Luft auf, das Teppichprojekt war gerettet und neue Freundinnen gefunden.

(Jutta)

Sonntag, 13. August 2006
Living History auf Schloß Burg

Auf Einladung eines Vereins der Living-History-Darstellung reiste ein kleines Team der Teppichfrauen nach Schloß Burg bei Solingen und belebte die dortige Kemenate wie zu alten Zeiten mit der Arbeit am Stickrahmen.

 

In zeitgenössischen Gewändern erfüllten sie die musealen Räumlichkeiten mit Leben und entführten die Besucher in die Welt des Mittelalters.

Samstag, 1. Juli 2006
Historischer Handwerkermarkt

Auf dem Schmitthof bei Kirtorf bot ein historischer Handwerkermarkt den passenden Rahmen für einen Stickerei-Workshop.

Samstag, 25. Juni 2005
Labyrinthaustellung in Wetzlar

Das Thema der Ausstellung "Labyrinth" bot den Rahmen für eine Ausstellung im Rathaus von Wetzlar.

Neben Labyrinthen aus Keramik, Textil, Stein, Perlen und anderen Werkstoffen zeigte der Frauenteppich aus Wolle gestickte Labyrinthe.

 

Samstag, 30. August 2004
Racesburg Wylag

Als Attraktion veranstaltete die Stadt Ratzeburg ein jährliches Sommerlager auf der Schloßwiese mit Teilnehmern aus ganz Deutschland, die mit ihren Zeltlagern, Werkstätten und historischen Gewandungen die Besucher auf eine ausgedehnte Zeitreise entführen.

 

Besonders die jüngeren Zeltbewohnerinnen übten sich gerne im Sticken und konnten die erlernten Sticktechniken für spätere Kleidungsverschönerung verfeinern.

 

Samstag, 21. Mai 2004
Stammtisch-Treffen

Auf einer gemieteten Grillhütte im Grünen werkelten die Frauen vom Mittelalter-Stammtisch am Stickrahmen, während die Männer sich mit Bogenschießen und Schwertkampfübungen vergnügten.

 

Obwohl dies an die überkommenen Rollenklischees erinnert, waren die Grenzen immer fließend, d.h. auch die Frauen lernten teilweise mit Schwert und Bogen umzugehen und die Küchenarbeiten wurden gemeinsam erledigt.

 

 

Sonntag, 28. April 2002

Markt in Freienfels

Bereits im Frühjahr waren die ersten Motive entworfen, vorgezeichnet und angestickt.

 

 

Sonntag, 24. März 2002
Der Anfang

Ein halbes Jahr später hatten drei Frauen Material und einen Stickrahmen angeschafft sowie einen ersten Entwurf gestaltet. 

 

Beim Frühlingstreffen der Mittelalterfreunde auf einer gemieteten Grillhütte stellten die drei "Hebammen" des Frauenteppichs das erarbeitete Konzept den übrigen Frauen vor.

 

Die meisten der feministisch ambitionierten Frauen standen der paganen Naturreligion, dem Schamanismus, nahe und so gestaltete sich eine konkrete Linie für die weitere Gestaltung:


Wie lang soll der Teppich werden? war eine der ersten Fragen bei Beginn der Stickarbeit.
Den Bayeuxteppich in der Länge übertrumpfen? also mindestens 80 Meter?

Nein, dieses Werk soll nicht als Maß genommen werden.


Vielleicht 13 Meter?  ist das nicht ein metrisches (= willkürlich festgelegtes männliches) Maß?

13 Stoffbahnen, wie sie von den Webstühlen unserer Vorfahrinnen als Maßeinheit gerechnet wurden, selbst wenn Länge und Breite variierten, schien eine vorläufige Lösung zu sein.

 

Die genialste Idee war, den Teppich nicht von A bis Z zu gestalten, sondern rund, d.h. mit einem Schlüsselmotiv irgendwo anzufangen und nach rechts und links zu arbeiten, bis er sich irgendwann zu einer Runde schließen wird. So bekommt er weder Anfang noch Ende und läßt sich zyklisch betrachten wie das Leben selbst.

 

Bei den Motiven sollen die typisch "weiblichen" Zahlen 3, 9 und 13 immer wieder aufgegriffen werden, z.B. mit einem Rosenbaum, der 13 Blüten trägt, oder eine Dreiergruppe von Frauen oder 9 Statuen der Großen Göttin etc..........


Ähnlich wie die Schmuckränder des Bayeuxteppichs entstanden entsprechend dem schamanischen Weltbild drei Ebenen: die untere, die mittlere und die obere Welt.

Allein die Weltenesche steht außerhalb dieser Aufteilung und durchdringt alle Ebenen.

 

Sonntag, 23. September 2001
Eine Idee entsteht

Bei einem Hobbytreffen der Mittelalterfreunde im Vogelsberg kam ganz nebenbei ein Gespräch unter den Frauen auf, wie sie sich in der Gruppe gemeinsam organisieren könnten.


Während die Männer meist mit den klirrenden Auftritten ihrer Kampfübungen um Aufmerksamkeit glänzen konnten, hüteten die meisten Frauen Zelte und Kochfeuer. Bestenfalls saßen sie alleine oder mit mehreren an irgendeiner Handarbeit, die für die Ausübung des Reenactment erforderlich war.

 

Eine dieser Damen stickte ein Motiv des berühmten "Teppichs von Bayeux" als Wandbehang fürs heimische Ritterzelt nach, worüber die anderen in der Runde ihre wohlwollenden Feedbacks dazu gaben:

 

- die Sticktechnik ist leicht nachzuarbeiten
- der Stil paßt in die Darstellungszeit des bestehenden Stauferlagers

- ein perfektes Objekt für eine Gemeinschaftstätigkeit

- das Material ist erschwinglich

 

Soweit die Begeisterung dafür, während die kritischen Stimmen fragten:


- wollen wir denn eine Kopie von einem bereits bestehenden Werk anfertigen? Nein, wollen wir nicht!
- und außerdem sind da nur Männer, Pferde, Schiffe und Hunde drauf, wo sind die Frauen?
- wollen wir überhaupt eine Geschichte von A bis Z sticken? Nein, wollen wir auch nicht!


Also was dann???

 

- sticken? ja gerne! Auch im Stil des Bayeuxteppichs mit Wolle auf Leinen
- ABER: keinen Kriegszug und auch keine männlichen Heldentaten, die meist aus Gewalttaten bestehen
- wir wollen uns selber darstellen und die Kette unserer Vorfahrinnen eine ganze Reihe von Frauen, unsere Mütter und Ur-Mütter, die durch all die Jahrtausende immer das gleiche taten: die Menschheit gebären und erhalten.

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